C H R O N I K :: Bayerischer Bob- und Schlittensport- Verband e.V. :: 1948 - 1998

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50 Jahre Bayerischer Bob- und Schlittensportverband

Ein halbes Jahrhundert Bayerischer Bob- und Schlittensportverband – das sind 50 Jahre internationale und nationale Erfolge. Das sind Erfolge, die Bayern im Kufensport in die Spitzengruppe der Landesverbände des Deutschen Bob-und Schlittensportverbandes führte. Erfolge, die auf dem aufbauten und das weiterführten, was im Bob- und Rennrodelsport schon kurz nach der Jahrhundertwende begann: mit Bobrennen in Bad Kohlgrub und Garmisch, mit Rodelrennen in Berchtesgaden, Oberaudorf und Schliersee. Jahrzehnte, in denen Bayern bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges zu den Erfolgen des Deutschen Bobsleigh-Verbandes und des Deutschen Rodelbundes– später Deutscher Schlittensportverband – das seine beitrug. Im Bobsport mit 2 Bronzemedaillen bei Olympischen Winterspielen (den einzigen, die Deutschland vor 1939 gewann!), mit 4 Welt-, 2 Europa-, 5 Deutschen und 2 Österreichischen Meistertiteln. Bayerische Rodler gewannen 1 Europa-, 3 Deutsche und 2 Österreichische Meisterschaften.

Vor 50 Jahren begann es mit 29 Vereinen und 1480 Mitgliedern, heute gehören dem Bayerischen Bob- und Schlittensportverband 28 Vereine mit 5052 Mitgliedern an. Bester Beweis für die mehr und mehr gestiegene Beliebtheit, der sich der Kufensport in Bayern erfreut. Zu Bob und dem auf Kunst- und Naturbahnen praktizierten Rennrodeln kam als dritte Kufensportart Skeleton hinzu. Im Februar 1970 wurde dieser rasante Sport nach jahrzehntelangem internationalen wie nationalem Dornröschenschlaf in Bayern durch den ehemaligen Bobfahrer Max Probst vom Bobclub München wieder zum Leben erweckt. Ein Kufensport, der vor über 100 Jahren im schweizerischen Davoseine Geburtstätte hatte und dort auch bei den Olympischen Winterspielen 1924 und 1928 olympische Disziplin war. Inzwischen bestehen gute Aussichten, daß der Skeletonsport wieder in den Kreis der olympischen Wintersportarten aufgenommen wird.

Zwischen den Kriegen war es Hanns Kilian vom SC Riessersee, der mit seinen internationalen Erfolgen Bayern als Bob-Hochburg weltweit bekannt machte. Diese Tradition setzten in den letzten 50 Jahren so erfolgreiche Piloten wie seine Clubkameraden Andreas „Anderl“ Ostler, Hans Rösch, Horst Maurer und Horst Floth, vom SV Ohlstadt Wolfgang Zimmerer, Stefan Gaisreiter und Franz Schelle, vom WSV Königssee Georg „Schorsch“ Heibl und Rudolf „Rudi“ Lochner, vom BC Unterhaching Christoph Langen fort.

Vor und nach dem Ersten Weltkrieg waren es so erfolgreiche Rennrodler wie Fanny Altendorfer und Hans Gfäller aus Oberaudorf oder Liesl Antretter aus Schliersee, die für Aufsehen sorgten. Nach 1948 begannen dann Mitglieder des Bayerischen Bob- und Schlittensportverbandes mit internationalen Erfolgen Bayerns Ruf als Rodel-Hochburg zu begünden: der dreifache Olympiasieger und dreifache Weltmeister Georg „Schorsch“ Hackl , das Doppel Hans Stanggassinger/Fritz Wembacher, Christa Schmuck, Josef „Sepp“ Fendt, das Doppel Thomas Schwab/Wolfgang Staudinger, Hans Plenk sowie Anton Winkler vom RC Berchtesgaden, Barbara Niedernhuber vom WSV Königssee, die Doppel Fritz Nachmann/Wolfgang Winkler und Josef „ Sepp“ Strillinger/Fritz Nachmann (der auch im Einsitzer Weltmeister wurde) vom RC Rottach-Egern, Elisabeth „Betty“ Demleitner vom WSV Schlehdorf, Hans Schaller vom RRC Schliersee und die dreifache Weltmeisterin (einmal noch für die DDR und Oberhof startend) Susi Erdmann vom BC Unterhaching.

Seit 1970 sorgten auch die Skeletonfahrer aus Bayern für Schlagzeilen. 1998 wurde der vierfache Deutsche Meister Willi Schneider vom WSV Königssee (vorher Bayerischer Skeleton-Club München) Weltmeister und Weltcupgesamtssieger, während sonst die Mitglieder des Bayerischen Skeleton- Clubs München den Deutschen Meister meist unter sich ausmachten: Josef „Sepp“ Grubmüller, Reto Ganser, Rudi Häusler, Helmut Spiess, Franz Kleber, Hans Kindl, Peter Strittmatter, Manfred Markl, Thomas Platzer und Richard Baumann.

Wenn der Bayerische Bob- und Schlittensportverband nun auf fünf Jahrzehnte erfolgreichen Wirkens für den Kufensport zurückblicken kann, dann auch dank der großzüzigen Unterstützung durch den Bayerischen Landes-Sportverband und den Deutschen Bob-und Schlittensportverband. Nicht zuletzt aber durch den Idealismus und die Begeisterung seiner Sportler, die bereit sind, so manches finanzielle und zeitliche Opfer für Ihren Sport zu bringen.